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Gedichte

Verse über Schönderling

 

Wo liegt Schönderling?

 

Fahr ich als Schönderlinger fort

An irgendeinen anderen Ort,

Da hör ich als erstaunlich Ding:

Wo liegt denn euer Schönderling?

 

Mein Dorf, sag ich, liegt ganz zentral

zwischen Atlantik und Ural;

Neapel hier und Narvik da,

wo Geiersberg und Hegkopf nah.

 

Hier Schondra und dort Helmersbach,

dazwischen Häuser Dach um Dach;

ja, meld ich, wir sind ohne Scherz

des deutschen Staates grünes Herz.

 

Von München war schon Lola hier

mit König Ludwig zu Quartier.

Man trug es ihnen früh schon zu,

daß sie hier fänden Lust und Ruh.

 

Das Dorf liegt eingebettet schön

in der Bad Brückenauer Rhön.

Wollt ihr auch leben wie ein King?

Kommt her zu uns nach Schönderling!

 

nach Leander Schmidt

 

 


.

 

Die gute, alte Zeit

 

Halb umrahmt von hohen Wäldern

und ringsherum fruchtbaren Feldern

der Dreistelz grüßt zum Heegkopf rüber

die Schwarzen Berge gegenüber -

da liegt, unterhalb vom Steinknorz,

Eure Heimat, Euer Ort.

 

Schönderling ist gemeint ,das ist keine Frage,

und der Name, so erzählt´s die Sage -

kommt von den sieben Schönhöf´, die in der Uschwiese standen

und sich nach dem Brand dann hier einfanden.

 

 

Als hart und rau ist die Rhön bekannt

früher galt sie als armes Land.

Doch der Wohlstand blieb auch hier nicht aus

in keinem Eurem Vaterhaus.

Viel hat sich verändert, drum sind wir froh,

wir schlafen längst nicht mehr auf Stroh.

Das Häuschen mit dem Herz in der Tür

stand im Stall oder draußen vor der Tür.

Gewaschen wurde im Zuber und von Hand -

so war es üblich hier im Land.

Von wegen Waschen mit Maschine -

bei allen wars die gleiche Linie -

was uns die Technik hat ermöglicht,

hielt man früher noch für töricht.

Wer von uns glaubt da noch heut,

wie´s oft heisst, an die gute, alte Zeit?

 

 

In jedem Haus wurd´ noch geschlacht´

und große Mengen Wurst gemacht.

Das "in die Würscht fahren" war damals üblich

und daheim machte man sich recht genüßlich

her auf das, was man da ergattert,

doch mancher schaute recht verdattert -

auf die Wurst, die da recht prall gefüllt -

die Haut nur Blut und Kraut umhüllt.

 

Das Sauerkraut – und das ist gewiss,

stand zweimal die Woche auf dem Tisch.

Auch Kartoffeln gabs in dieser Zeit -

fast täglich, anders zubereit´.

Als Hauptnahrung in dieser Not

auch noch das selbstgebackene Brot.

Oft schon recht trocken und hart war´s halt

und manchmal schon drei Wochen alt.

So war´s damals liebe Leut

in der guten alten Zeit.

 

 

War der Schultag dann geschafft,

mussten wir helfen in der Landwirtschaft.

Vom Kartoffelnlegen bis hin zur Ernte-

damit man man Landwirtschaft richtig erlernte.

Das ganze Jahr stets eingebunden -

wir ham uns als Kinder schon geschunden

und denkt mal an den Schulweg – Geiersnest, von Münchau und Schmittrain

Jeden Tag laufen, tat´s regnen oder schnei´n.

In den Tagen des Krieges und der Nachkriegszheit

und ständig wechselnden Lehrern in dieser Zeit.

Sind wir alle was geworden und darauf sind wir stolz

Wir Rhöner sind doch aus besonderem Holz.

Trotzdem haben wir nichts bereut -

es war halt so - in der guten, alten Zeit.

 

 

Und als die Technik immer mehr Einzug hielt -

hat man nach dem Radio schon nach dem Fernseher geschielt.

Auch die Landwirtschaft wurde technisiert -

viel Geld wurde damals hier investiert.

Aus dem Haus der gute, alte Küchenherd verbannt,

dort steht nun eine moderne Küchenwand.

Gekocht wird auf Gas oder Ceranfeld elektrisch

und immer öfter macht man auf "Tischlein deck Dich".

Wir gehen ins Lokal, tun ganz nobel speisen

und immer öfter auch noch verreisen .

Die Welt ist zu klein und keiner tut passen -

niemand will heute das Reisen mehr lassen.

Die Menschen sind halt zu allem bereit –

wer denkt da noch an die gute – alte Zeit?

 

Trotz allem, was uns heut das Leben verschönt -

mit Reichtum und Wohlstand überverwöhnt -

sind wir denn eigentlich immer zufrieden?

Noch mehr zu haben, nur vorwärts getrieben -

der Hektik des Alltags stets ausgesetzt,

"ich hab keine Zeit", es wird weitergehetzt.

Computer bestimmen nun unser Leben

und macher würde was drum geben -

wär´s ruhiger und beschaulich, von der Hetze befreit -

und denkt gern zurück an die gute, alte Zeit.
 

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