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Anekdoten und Geschichten

Pasquille:
Zunächst eine Begriffsklärung: (Quelle: Wikipedia)

Das bzw. der Pasquill ist eine Schmäh- oder Spottschrift, die verfasst wird, um eine bestimmte Person zu verleumden oder in ihrer Ehre zu verletzen. Eine bildliche Darstellung, die diesen Zielen dient, kann ebenfalls die Bezeichnung Pasquill tragen. Der Pasquillant, der Verfasser dieser Schrift, publiziert anonym oder wählt ein Pseudonym.

In der frühen Neuzeit, als die Begriffe Flugblatt und Flugschrift noch nicht existierten, wurden auch diese als Pasquill bezeichnet, wenn sie durch eine tendenziöse Darstellung Meinungen beeinflussen sollten.



So sollen beispielsweise folgende Pasquille in Schönderling ausgehangen haben:


Ein Schönderlinger, Hermann Spahn, Waldarbeiter, wurde zum Forstwart ernannt.
Er war unehelich und hatte daher einen Vormund (NusBelz).
Kurz darauf fand sich im Dorf ein Pasquill mit folgendem Text:

"En Strieck mit em Rind stuun em besser als die Flint -
der Isaak war sein Vater, der NusBelz sein Berater"


Quelle: Walter Schuhmann

 


Ein anderer Pasquill handelte von einer Debatte um die Umsetzung des Friedhofes an die heutige Stelle, als einer der Debattierenden, ein Halbleib (Glaanse) verstarb.

"Auch der Halbleib kömmt mit seim ganze Leib aufn Friedhof
- bann er aach dageeche woar."


Quelle: Walter Schuhmann
 



Gewitter-Gebete aus Schönderling:

"Heiliger Sankt Veit, treib´s Gewitter weit -
Heilige Mutter Anna - treib´s Gewitter auseinanner"


Quelle: Glaanse Inge (Lurenze)
 


Heiliger Florian, Kreuz guter Moo,
verschon onner Haus, zünd em Aquil (Nachbar) seins oo.


Quelle: Walter Schuhmann

 

 


Faschingszug in Schönderling (ca. 1953-54), Prinzenpaar waren Karl und Erna Reh.

Der Kutscher des Prinzenpaares war August Belz (Nus) mit seinem Pferdegespann.
Das Ende des Zuges war im Gasthaus Brust in Schönderling.
Hier fuhr Kutscher August Belz mit seinem Gespann und dem Prinzenpaar in den Saal ein, was heutzutage unvorstellbar wäre.
Bei diesem Faschingszug war auch ein selbstgebauter Zeppelin dabei.

Text: Erwin Belz